Deng Gemeng – wohin soll die Reise gehen?
Schüttringen stellt den Fahrplan in die Zukunft auf

Die Gemeinde Schüttringen lädt ihre Bürgerinnen und Bürger dazu ein, sich in die Zukunftsgestaltung von Schüttringen einzubringen. In einer Bürgerbeteiligung mit dem Motto „Schëtter – Deng Gemeng. Plang mat!“ geht es darum, wie sich die Gemeinde in den nächsten 10 bis 15 Jahren entwickeln soll. Wie stark soll Schüttringen wachsen? Welche Aufgaben sollen die einzelnen Ortsteile übernehmen? Braucht Schüttringen eine zentrale Mitte? Wo sollen neue Wohngebiete und Arbeitsplätze entstehen? Was bestimmt die Lebensqualität von Schüttringen und wie kann sie gesichert werden? Das sind Fragen, zu denen die Gemeinde Schüttringen die Meinung der Bürger hören will.

Neuer PAG als Anlass

Der Zeitpunkt der Bürgerbeteiligung hängt damit zusammen, dass die Gemeinde Schüttringen dabei ist, einen neuen Plan d’Aménagement Général (PAG) aufzustellen. Der PAG stellt die Weichen für die Zukunft der Gemeinde. Er zeigt, wie sich Schüttringen räumlich und städtebaulich weiter entwickeln soll, wo sich die Flächen für Wohnen, Gewerbe, Verkehr und Erholung befinden und wie groß sie sein sollen.

Auch wenn das Gesetz nicht ausdrücklich verlangt, dass die Bevölkerung schon zum jetzigen Zeitpunkt an der Planung beteiligt wird, möchte der Schöffenrat der Gemeinde Schüttringen diesen Weg gehen. Schon der im Jahr 2003 verabschiedete Gemeindeentwicklungsplan (PDC) war mit Beteiligung zahlreicher Bürger aufgestellt worden. Über fünf Monate hinweg hatten rund 50 Bürger im ersten Halbjahr 2002 Vorschläge zur Gemeindeentwicklung entwickelt. Die Arbeitskreise behandelten die Themen „Städtebau, Ortsbild, Landschaft, Umwelt, Naherholung, Freizeit“, „Kultur, Soziales, Infrastruktur“ und „Wirtschaft, Einzelhandel, Mobilität“.

In einem Beteiligungsprozess soll das Meinungsbild der Einwohner zur zukünftigen Entwicklung ihrer Gemeinde nun, zehn Jahre später, erneut eingeholt werden. Welche Aufgaben sollen aus Sicht der Bürger angegangen werden? Was soll so bleiben, was soll sich ändern?

Die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) wird die Bürgerbeteiligung moderieren und die Ergebnisse dokumentieren. Das Département du Développement Rural des Landwirtschaftsministeriums wird das Projekt fachlich und finanziell begleiten.

Beteiligung in 3 Schritten
Die Gemeinde Schüttringen hat mit der KE ein Vorgehen in drei Schritten vereinbart:

Fragebogen an alle Einwohner
Alle Einwohner von Schüttringen über 16 Jahren erhalten einen Fragebogen mit der Bitte, ihn auszufüllen und anonym an die Gemeinde zurückzuschicken.

Was gefällt Ihnen an Schüttringen besonders gut, wo sehen Sie Verbesserungsbedarf? Sollen neue Baugebiete ausgewiesen werden oder das Wachstum gebremst werden? Wie bewerten Sie die Verkehrssituation, das Arbeitsplatzangebot, die Einkaufsmöglichkeiten, das Freizeitprogramm für die Bürger? Neben vorgegebenen Fragen zum Ankreuzen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, seine Vorschläge in sogenannten „offenen Fragen“ frei zu formulieren.

Der Fragebogen wird auch Online auf der Website der Gemeinde Schüttringen zugänglich sein. Geschaltet ist er allerdings über den Webserver der KE, damit der Datenschutz garantiert ist. Alle Angaben der Teilnehmer unterliegen den strengen Anforderungen des Datenschutzes und der statistischen Geheimhaltung. Die Gemeinde er¬hält die Auswertun¬gen nur in zusammengefasster Form und hat keinen Zugriff auf die Fragebogen und einzelne Ant¬worten.

Der Fragebogen ist in wenigen Minuten ausgefüllt. Je mehr Bürger an der Umfrage teilnehmen, umso aussagekräftiger ist das Ergebnis.

Bürgerbeteiligung mit Kaffeehausatmosphäre
Die mündliche Beteiligung im Jahr 2013 gliedert sich in zwei Termine:

Informationsveranstaltung für alle

In der öffentlichen Auftaktveranstaltung geht es vor allem um Information. Besonders gespannt sein darf man auf das Ergebnis der Bürgerumfrage, das an diesem Abend ebenfalls vorgestellt wird. Ziel, Vorgehen und Zeitplan der Bürgerbeteiligung zur Gemeindeentwicklung werden ebenfalls erläutert.

Damit alle Interessierten wissen, worum es in der mündlichen Bürgerbeteiligung gehen wird, bringt die KE die entscheidenden Inhalte des Gemeindeentwicklungsplans von 2003 in Erinnerung und das Büro Zilmplan präsentiert die wichtigsten Aussagen der Etude Préparatoire. Die KE hat den Gemeindeentwicklungsplan verfasst, Zilmplan ist von der Gemeinde beauftragt, den PAG von der Vorstudie bis zur Endfassung zu erarbeiten. Die wesentlichen Aussagen der Planwerke werden für die Bürger auch schriftlich zusammengefasst.

Im Anschluss an die Referate, die Beantwortung von Fragen und einer ersten Diskussion können sich die Bürger zur mündlichen Bürgerbeteiligung anmelden. Die Anmeldung ist auch noch danach bei der Verwaltung oder online über die Website möglich.

„Café Schëtter“ – das etwas andere Café
Die eigentliche Bürgerbeteiligung wird nach der in den USA entwickelten Methode „World Café“ durchgeführt. Die Atmosphäre im Café Schëtter schafft den Rahmen, um in einen angeregten Austausch zum gemeinsamen Thema „Deng Gemeng. Plang mat!“ zu kommen. Jede/r kann mitmachen, die Teilnehmerzahl ist nach oben offen.

 

Jeweils vier bis fünf Personen nehmen an einem einladend gedeckten Tisch Platz. In mehreren aufeinander folgenden Runden erhalten die Teilnehmer jeweils eine Frage, die sie beantworten sollen. Die Gedanken werden ausgetauscht und das gemeinsame Ergebnis auf den Papiertischdecken notiert. Nach jeder Diskussionsrunde wechselt die Tischbesetzung, so dass immer neue Teilnehmer miteinander ins Gespräch kommen. Nur ein Teilnehmer an jedem Tisch bleibt als „Gastgeber“ zurück und berichtet den Neuankömmlingen, wie das Gespräch bisher verlief. Durch die Wechsel in der Besetzung und die aufeinander aufbauenden Fragen kommt es zur Vernetzung der Themen, Ideen und Zielvorstellungen. Zwischendurch werden wichtige (Zwischen-)Ergebnisse im Plenum mitgeteilt.

Wer keine Gelegenheit hat, zum „Café Schëtter“ zu kommen, kann sich über einen Internet-Blog in die Diskussion einklinken. Die Etude Préparatoire wird über den Online-Blog zur Diskussion gestellt. Kommentare und Fragen sind über den gesamten Zeitraum des Beteiligungsverfahrens möglich.

Ergebnisse der Bürgerbeteiligung
Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung werden von der KE in einem Bericht dokumentiert. Sie werden dem Gemeinderat vorgestellt und im Gemeindeblatt und auf der Website von Schüttringen veröffentlicht.

Zum Abschluss des Beteiligungsprozesses wird es Aufgabe der Entscheidungsträger sein, zu beschließen, welche Vorschläge und Wünsche der Bürger sie in die Überlegungen zur Gemeindeentwicklung übernehmen. Sobald der PAG-Entwurf fertig ist, wird er den Bürgern vorgestellt. Die Bürger haben dann die Möglichkeit, ihre Anmerkungen und Einsprüche dem Schöffenrat vorzustellen.

Zeitplan (aktualisiert)
Der Fragebogen wird im April 2013 versandt bzw. online gestellt werden. Die ausgefüllten Fragebogen können bis zum 26. Mai 2013 an die KE zurück geschickt werden. Nach der Auswertung findet am 07. Oktober 2013 die Bürgerinformationsveranstaltung statt. Das Café Schëtter findet am 16. November 2013 statt. Die Ergebnisdokumentation wird anschließend im Gemeindeblatt veröffentlicht.

Non
Non