Energiesparlampe: Klimaretter mit Gesundheitsrisiko?

  

Energiesparlampe: Klimaretter mit Gesundheitsrisiko?

Im Rahmen der diesjährigen Oeko-Foire wurde am 12. September die neue Kategorie „Energiesparlampen" auf www.oekotopten.lu vorgestellt. Neben einer aktuellen und kompletten Liste von Energiesparlampen, findet der Konsument einen ausführlichen Ratgeber zu den gängigen Fragen rund um die Energiesparlampe.

In der aktuellen Ausgabe des deutschen Magazins ÖkoTest wird die Energiesparlampe von dem Thron heruntergerissen, auf welchen die gleiche Zeitschrift sie noch vor einem Jahr setzte. Neben den schon bekannten Mängel, wie Elektrosmog, Lichtqualität und Entsorgung werden nun auch die Lebensdauer und das Einsparpotential dieser kompakten Leuchtstofflampen in Frage gestellt. Konsequenz : Verunsicherung des Konsumenten.

Energieeffizienz

Fakt ist, eine Energiesparlampe spart Strom, und dies deutlich gegenüber einer Glühlampe bei gleicher Lichtmenge. ~97% der elektrischen Energie werden bei einer Glühlampe in Wärme umgewandelt, lediglich ~3% in Licht. Bei der Energiesparlampe hingegen liegt der Wirkungsgrad bei ~12 %. So ist es kein Wunder, dass Energiesparlampen die Energieeffizienzklassierung mit der Klasse A anführen. Die klassischen Glühlampen reihen sich im unteren Teil des Energielabels mit den Klassen E-G ein.

Lebensdauer

Im Artikel der ÖkoTest wird die zu hoch angesetzte Lebensdauer auf den Verpackungen angeprangert. Eine europäische Norm legt fest, auf welche Weise die mittlere Lebensdauer ermittelt wird: Mindestens 20 Lampen brennen so lange, bis die Hälfte davon ausgefallen ist. Die bis dahin erreichte Brenndauer bezeichnet die mittlere Lebensdauer. Bei der „Härteprüfung" des ÖkoTest wurden lediglich zwei Modelle pro Marke geprüft, was zu keinem repräsentativen Ergebnis führen kann. Außerdem fällt auf, dass, bis auf ein paar Ausnahmen, vor allem preiswerte Sparlampen getestet wurden. Die guten Resultate der marktführenden Marken, wie Osram oder Philips, werden durch ein „befriedigend" heruntergespielt. Im Gegensatz zur ÖkoTest, bekundet die Zeitschrift Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe vom März 2008 diesen Marken eine durchwegs gute Lebensdauer.

eine Initiative vom Umweltministerium, Mouvement Ecologique und OekoZenter Lëtzebuerg

Elektrosmog

Dass Energiesparlampen elektromagnetische Strahlung abgeben ist kein Geheimnis. Die elektrische Feldstärke beträgt bei den Energiesparlampen weniger als 60 Volt pro Meter bei einer Entfernung von 30 cm, welches ungefähr der Feldstärke der übrigen Haushaltsgeräte entspricht (8-260 Volt pro Meter). Als Referenzwert gibt ÖkoTest den Grenzwert des TCO-Prüfsiegels für Computermonitore an. Dieser Grenzwert beträgt für strahlungsarme Bildschirme lediglich 10 Volt pro Meter (30 cm Entfernung). Bei einer Entfernung von 1m bis 1,5m halten die Energiesparlampen diesen Grenzwert durchaus ein.

Die Europäische Kommission ist gefordert einen einheitlichen Grenzwert einzuführen, welche die Feldstärke der Energiesparlampen streng regelt. Bis dahin sollte man jedoch einen Sicherheitsabstand von 1,5m einhalten, wenn man sich längere Zeit in der Nähe von Energiesparlampen aufhält.

Lichtqualität

Das Vorurteil, dass Fluoreszenzlicht kalt und matt wirkt, entspricht nicht mehr dem heutigen Stand. Lichtfarben und Lichtspektren lassen sich bei der Anschaffung einer Energiesparlampe wählen. 3-Banden-Lampen in den Lichtfarben «Warmweiss» (Bezeichnung 830) oder Extrawarmweiss (827) erzeugen ein Licht, das in seiner Farbwiedergabe dem Glühlampenlicht ähnelt. Qualitativ ist das Licht der Energiesparlampe dem der Glühlampe unterlegen. Ob diese schlechte Lichtqualität negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat, bleibt jedoch stark umstritten. Wäre dies der Fall, wäre das ebenfalls das frühzeitige Aus für die LED-Technologie. Bei LED-Lampen ist die Lichtqualität um ein weiteres schlechter als bei den Energiesparlampen.

Entsorgung

Energiesparlampen sind Sondermüll und müssen richtig entsorgt werden. Sie enthalten nämlich umweltschädliche Stoffe, die nicht in den normalen Hausmüll gelangen dürfen. Vor allem das bis zu 5 mg enthaltene Quecksilber sorgt im ÖkoTest für Besorgnis. Die geringe Menge stellt jedoch für den Menschen keine Gefahr dar. Erst bei einer Ansammlung von weggeworfenen Energiesparlampen auf einer Mülldeponie stellt dies ein Problem für die Umwelt dar.

Seit 2005 gilt für Sparlampen eine kostenlose Rücknahmepflicht aller Verkaufsstellen. Zur Finanzierung des Recyclings wird beim Verkauf neuer Produkte eine vorgezogene Recyclinggebühr (Ecotrel) von 0,17 € erhoben. Somit können und sollen alle alten Sparlampen nur noch via Verkaufsstellen oder Recyclingparks entsorgt werden. Die Rücknahmepflicht umfasst insbesondere Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren (so genannte Neonröhren) aber auch Speziallampen wie z.B. Quecksilberdampflampen, LED-Lampen oder Röhren aus Solarien. Die Recycling- und Rücknahmepflicht gilt nicht für die normalen Glühbirnen und

eine Initiative vom Umweltministerium, Mouvement Ecologique und OekoZenter Lëtzebuerg

Halogenglühlampen. Diese können weiterhin über den Haushaltkehricht entsorgt werden.

Die Aktion "SuperDrecksKëscht" bietet eine Vielfalt von Informationen zu dem Thema Entsorgung.

Fazit

Ob die Energiesparlampe nun im weitesten Sinne ein Klimaretter oder ein Gesundheitsrisiko ist, hängt stark vom Modell ab. Schwarze Schafe findet man auch bei Energiesparlampen. ÖkoTest präsentiert vor allem diese in ihrem aktuellen Artikel zu den Energiesparlampen. Schlussendlich bleibt der Konsument verunsichert, und weiß nicht, welche Energiesparlampen nun schlecht und welche gut sind.

Abhilfe bietet hier die Internetseite www.oekotopten.lu. Auf diesem Internetportal findet der Konsument eine Liste mit qualitativ guten Sparlampen. Strenge Kriterien geben dem Konsumenten das Vertrauen, die richtige Kaufentscheidung zu treffen. Neben den Produktlisten findet der Konsument auch einen interessanten Ratgeber, der einen tieferen Einblick in die Vor- und Nachteile der Energiesparlampe erlaubt. Einen Blick auf die Internetseite lohnt sich allemal, neben den Energiesparlampen, findet der Konsument auch Listen zu Haushaltsgeräten und Autos.

Thierry LAGODA

Projektleiter:                               

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